FAQ für Schulsanitätsdienste in Corona-Zeiten

Kann der Schulsanitätsdienst an meiner Schule seine Arbeit wieder aufnehmen?

Der SSD sollte nur dann wieder aufgenommen werden, wenn die für die Schule grundsätzlich geltenden Hygieneregeln ausnahmslos eingehalten werden können. Die Prüfung, Abwägung und Entscheidung obliegt der Schulleitung und sollte insbesondere folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Der allgemein geltende Hygieneplan muss auch für den SSD umgesetzt werden.
  • Der Aufenthaltsraum/Sani-Raum muss entsprechend dem Hygieneplan geeignet sein.
  • Gibt es entsprechende Unterweisungen zur Hygiene für die diensthabenden Schulsanitäter*innen?
  • Ist der Eigenschutz der Schulsanitäter*innen gewährleistet?
  • Werden Raum und Flächen nach jeder Behandlung immer ausreichend desinfiziert?
  • Kann der Raum gut durchlüftet werden?

Der SSD kann seine Arbeit wieder aufnehmen, wenn diese Aspekte bejaht werden, die sachlichen Voraussetzungen gemäß Empfehlungen des DGUV-Fachbereich Erste Hilfe vorhanden sind (Handschuhe, FFP2-Masken, gegebenenfalls Beatmungshilfe) und die Eigenschutzmaßnahmen sorgfältig abgewogen wurden.

Die Teilnahme am Dienst soll ausdrücklich freiwillig erfolgen. Bitte denken Sie unbedingt daran, etwaige Sorgen, Ängste und Fragen der Schülerinnen und Schüler (mit oder ohne Zusammenhang mit dem Dienst im SSD) ernst zu nehmen und diese entsprechend aufzuarbeiten.

Wie kann die Erste Hilfe an unserer Schule sichergestellt werden?

Zur Aufgabe der Schulleitung gehört es, für die Sicherstellung der Ersten Hilfe zu sorgen. Die Verantwortung zur Hilfeleistung bei einem medizinischen Notfall in der Schule liegt grundsätzlich bei der aufsichtführenden Lehrkraft und der Schulleitung. Dazu müssen Lehrkräfte als Ersthelfer*in schriftlich bestellt werden und entsprechend ausgebildet sein. Der Schulsanitätsdienst kann hierbei eine wichtige Stütze und sinnvolle Ergänzung darstellen. Der SSD stellt aber keinen verpflichtenden Anteil an der schulischen Erste-Hilfe-Organisation dar.

Vor dem Hintergrund des einzuhaltenden Hygieneplans muss die Schulleitung sorgfältig abwägen, inwieweit der SSD seiner Funktion nachkommen darf:

"Aus medizinischer Sicht ergänzt ein Schulsanitätsdienst die Erste-Hilfe-Versorgung der Schule. Schülerinnen und Schüler, die eine fachliche Ausbildung absolviert haben, unterstützen im Rahmen des Schulsanitätsdienstes die Erstversorgung ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler sowie der Lehrkräfte im Falle eines Unfalls, einer Verletzung oder einer akuten Erkrankung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes während der Pausen und bei Schulveranstaltungen."

PDF: Informationen zum SSD

Können interne Schulungen und Fortbildungen für SSD in klassenübergreifenden Gruppen durchgeführt werden?

Für den Zusammenhalt und die Kontinuität von Schulsanitätsgruppen kann es wichtig sein, auch weiterhin Schulungen und Fortbildungen durchzuführen. Ob es möglich ist, ein durch eine schulische Aufsichtsperson begleitetes organisatorisches oder ausbildungsbezogenes Treffen des SSD durchzuführen, muss zwischen Schulleitung und Betreuungslehrkraft abgestimmt werden. Selbstverständlich müssen alle nötigen Maßnahmen ergriffen werden, die die Gesundheit und Sicherheit der beteiligten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gewährleisten.

Können im Rahmen der Schulung auch Praxisübungen durchgeführt werden?

Ja, auch hier sind die Vorgaben des jeweils aktuellen Hygieneplans für die hessischen Schulen zu berücksichtigen. Für die konkretere Ausgestaltung der Praxisübungen empfiehlt sich die vom DGUV-Fachbereich Erste Hilfe herausgegebene Publikation FBEH-102 "Handlungshilfe für ermächtigte Ausbildungsstellen – Erste Hilfe im Betrieb im Umfeld der Corona (SARS-CoV-2)-Pandemie". Hier werden konkrete "Maßnahmen bei Teilnehmerübungen" beschrieben.