FAQs zum Umgang mit Corona

Stand 7.11.2020

Bildquelle: © Adobe Stock, Halfpoint

Wer haftet für Unfälle, die im Rahmen des Unterrichts und den Maßnahmen des Infektionsschutzes entstehen?

Schulleitungen oder Lehrkräfte, die in der Schule Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen anordnen oder umsetzen, können sich auf die Haftungsfreistellung durch die gesetzliche Unfallversicherung verlassen. Personen, die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit anderer Menschen tragen, setzen sich keinen Haftungsrisiken aus, wenn sie das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen anordnen, wie es in Verordnungen und Standards zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus vorgesehen ist.

Verletzen sich Kinder beim Schulbesuch, stehen sie dabei unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Die regional zuständige Unfallkasse trägt dann die Kosten für Heilbehandlung und Rehabilitation; sie entschädigt die Versicherten bei bleibenden Gesundheitsschäden zudem finanziell.

Dieser Schutz erstreckt sich auch auf den Fall, dass Versicherte durch eine Maßnahme, die zu ihrem Schutz ergriffen wird, einen Gesundheitsschaden erleiden. Führt beispielsweise das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung dazu, dass die Brille beschlägt, die versicherte Person stürzt und sich dabei verletzt, kann die Unfallkasse den Sturz als Arbeitsunfall anerkennen.

Wann besteht Versicherungsschutz?

Grundsätzlich gilt: Die Schüler/-innen sind gesetzlich unfallversichert während 

  • des Besuchs von allgemein oder berufsbildenden Schulen,
  • der Teilnahme an unmittelbar vor oder nach dem Unterricht von der Schule oder im Zusammenwirken mit ihr durchgeführten Betreuungsmaßnahmen,
  • auf den damit zusammenhängenden unmittelbaren Wegen.

Selbstverständlich besteht auch dann Versicherungsschutz, wenn ein Schüler/eine Schülerin einen Unfall erleidet, der sich nachweislich infolge des Tragens eines Mund-Nase-Schutzes ereignet.

Wann ist eine COVID-19 Erkrankung bei Schüler*innen versichert?

Für Schüler*innen besteht auch dann gesetzlicher Unfallversicherungsschutz, wenn sie sich nachweislich während des Schulbesuchs oder auf den damit verbundenen Wegen mit dem Coronavirus anstecken. 

Für die Anerkennung von COVID-19 als Versicherungsfall müssen folgende Voraussetzungen alle erfüllt sein:

  1. Das Kind wurde positiv auf die COVID-19-Erkrankung getestet,
  2. entsprechende Krankheitsanzeichen (Fieber, Atemnot, Husten etc.) liegen vor,
  3. der Infektionsweg erfolgte nachweislich bei einer schulischen Tätigkeit,
  4. die Indexperson (Überträger*in) innerhalb des schulischen Umfelds ist eindeutig bekannt.

Wie prüft die UKH den Zusammenhang zwischen Erkrankung bzw. Unfall und dem Coronavirus?

Ob die Voraussetzungen eines Versicherungsfalls im Einzelfall vorliegen, muss die Unfallkasse letztlich immer anhand der konkreten Umstände prüfen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Schule der UKH den Unfall mit der vorgeschriebenen Unfallanzeige meldet.

Diese Maßgabe gilt auch für Unfälle im Zusammenhang mit dem Tragen eines Mund-Nase-Schutzes oder anderer Maßnahmen zur Prävention von COVID-19-Erkrankungen.

Weitere Informationen:

Flyer: Schutz und Leistungen für Kita- und Schulkinder
Broschüre: Gut geschützt und gut versichert in der weiterführenden Schule

Wann besteht Versicherungsschutz bei Unfällen begründet durch das Tragen von Masken?

Wie immer gilt: Die Schüler*innen sind während des Besuchs von allgemein- oder berufsbildenden Schulen, der Teilnahme an unmittelbar vor oder nach dem Unterricht von der Schule oder im Zusammenwirken mit ihr durchgeführten Betreuungsmaßnahmen und auf den damit zusammenhängenden unmittelbaren Wegen gesetzlich unfallversichert. Daher sind die Schüler/innen auch grundsätzlich  dann gesetzlich unfallversichert, wenn sie einen Unfall erleiden, der sich nachweislich infolge des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes ereignet hat. Ob die Voraussetzungen eines Versicherungsfalles im jeweiligen Einzelfall vorliegen, muss letztlich immer anhand der konkreten Umstände des Einzelfalles geprüft werden. Sollte es zu einem Ereignis im Zusammenhang mit dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder anderen Maßnahmen kommen, ist dieses von der Schule bei uns zu melden. Die Voraussetzungen eines Versicherungsfalles werden dann wie bisher auch von uns im jeweiligen Einzelfall geprüft.

Bestehen für Kinder und Jugendliche Gefahren beim Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen?

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft und Technik ist die Befürchtung unbegründet, dass Mund-Nase-Bedeckungen (MNB), Mund-Nase-Schutz (MNS oder OP-Masken) oder partikelfiltrierende Atemschutzmasken (FFP-Masken) zu gesundheitlichen, gar irreversiblen Schäden führen. 

Es spricht nichts dagegen, nach individuellen Abwägungen anstelle der Mund-Nase-Bedeckung die Masken zu verwenden, die entweder als Medizinprodukt zertifiziert sind oder die als persönliche Schutzausrüstung einer Normierung entsprechen. 

Die Schließung der Schulen oder die Inkaufnahme eines erhöhten Infektionsrisikos mit der potenziell tödlichen COVID-19-Erkrankung  sind keine Alternativen zum Tragen der MNB. Dadurch würden deutlich höhere Risiken für die physische oder psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler bestehen. Diese Alternativen sind aus Gründen des Gesundheitsschutzes keinesfalls zu empfehlen. 

Weitere Informationen:
Masken tragen in der Schule als Anti-Corona-Maßnahme
Informationen vom Umwelt Bundesamt

Wer ist für die Überprüfung der entsprechenden Maßnahmen an Schulen zuständig?

Die Verantwortlichkeiten für Sicherheit und Gesundheit in der Schule unterteilen sich in den inneren und äußeren Schulbereich. Das Schulrecht und das staatliche Arbeitsschutzrecht verpflichten die Schulleitung, gemeinsam mit dem Schulsachkostenträger und dem Schulhoheitsträger entsprechend tätig zu werden, um Sicherheit und Gesundheit sowohl der Schülerinnen und Schüler als auch der Lehrkräfte und sonstigen Beschäftigten zu gewährleisten. Daher sind diese gefordert, die erforderlichen Maßnahmen - auch gegen COVID-19-Erkrankungen - umzusetzen. Aus diesem Grund müssen sich Anfragen zu einzelnen Schulen an diese Verantwortlichen richten.

Die Abteilung Prävention der Unfallkasse Hessen arbeitet sowohl mit dem hessischen Kultusministerium als auch mit den Schulträgern zusammen. Wir tragen die Entscheidung zur Einführung der MNB-Trageverpflichtung zum Schutz vor einer potenziell tödlichen COVID-19-Erkrankung vollumfänglich mit.

Die Sicherheit und Gesundheit an Schulen zu fördern ist Aufgabe aller am Schulleben Beteiligten. Die Präventionsabteilung der Unfallkasse Hessen unterstützt die Schulen im Rahmen ihrer Aufgaben bei der Bewältigung dieser Herausforderung und steht sowohl mit Kultusministerium als auch Schulträgern im Austausch über die erforderlichen Maßnahmen. Bei rund 2.300 Schulen in Hessen kann die Unfallkasse Hessen aber die flächendeckende und zeitnahe Überprüfung der Hygienekonzepte und sonstiger Maßnahmen einzelner Schulen nicht leisten.

Welche Anforderungen sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung erfüllen?

Die Mund-Nasen-Bedeckung

  • soll enganliegend an Nase (biegbar, entsprechender Zuschnitt etc.), Wangen und Kinn sein.
  • bleibt bei Kopfbewegungen sicher vor Mund und Nase sitzen.
  • besteht aus Material mit hoher Fadendichte (Tests: (1) Aus dem Mund mit Druck ausatmen, der Luftstrom muss an der vorgehaltenen Hand deutlich reduziert ankommen; (2) Vor eine helle Lichtquelle halten, die Lichtquelle sollte nicht erkennbar sein). Ggf. kann das Material auch mehrlagig verwendet werden.
  • hält ggf. die Wiederaufbereitung aus.
  • hat keine Durchstiche o. ä. direkt im Bereich von Mund und Nase.
  • ermöglicht eine ausreichende Sauerstoffversorgung.
  • wird nur genutzt, solange sie trocken ist (unbehandelte Baumwolle durchfeuchtet vergleichsweise schnell).

Wie sollen Schulen während der Corona-Situation lüften?

Geeignet ist das regelmäßige Stoßlüften. Entsprechend der Technischen Regel für Arbeitsstätten "Lüftung" (ASR A3.6) ist eine CO2-Konzentration bis zu 1.000 ppm akzeptabel. In Zeiten der Epidemie sollte dieser Wert soweit wie möglich unterschritten werden.

Mit der CO2-App von IFA und UKH oder ähnlicher Rechenprogramme kann der Verlauf der CO2-Konzentration abgeschätzt und der Zeitpunkt für eine Lüftungspause ermittelt werden. Eine zusätzliche Messung der CO2-Konzentration zwecks Monitoring wird empfohlen. Hier gibt es sogenannte CO2-Ampeln oder entsprechende Messgeräte. Ist für einen Raum bei maximaler Personenbelegung das Lüftungsintervall bestimmt, braucht es keine weiteren Messungen, d. h. ein Messgerät reicht in einer Schule aus, zumal man nach Bestimmung des Lüftungsintervalls mit der CO2-App einen Vergleichswert zur tatsächlich notwendigen Lüftung erhält.

  • Zur freien Lüftung: die generelle Empfehlung – sofern keine Lüftungsintervalle bestimmt wurden – lautet vor Schulbeginn zu Stoßzulüften und dann möglichst alle 20 Minuten für 5 Minuten im Herbst und für 3 Minuten im Winter, mind. aber nach jeder Schulstunde zu lüften.
  • Zum Einsatz von raumlufttechnischen Anlagen (RLT): Bei CO2-gesteuerten RLT soll ein Zielwert von 400 ppm eingestellt werden. Zudem ist der Außenluftanteil so weit wie möglich zu erhöhen.
  • Dezentrale oder mobile Umluftgeräte: sollen nur in Räumen, in denen sich nicht mehr als eine Person aufhält, genutzt werden. Sie sind für die Lüftung von Klassenräumen nicht geeignet, da sie keine Frischluft zuführen, sondern – wie der Name schon sagt – Luft nur umwälzen und z. B. erwärmen.

Mehr dazu lesen Sie im Bereich Lüftung und Raumtemperatur.

Wie können Desinfektionsmittel sicher gelagert werden?

Bei der Lagerung großer Mengen Desinfektionsmittel alkoholischer Basis, aber auch bei Flächendesinfektionsmitteln besteht Brand- und Explosionsgefahr. Desinfektionsmittel sind somit als Gefahrstoffe einzustufen. Für Gefahrstoffe gelten bestimmte gesetzliche Anforderungen.

Wie Schulen diese Gefahrstoffe lagern sollten:

  • so geringe Mengen wie möglich vorhalten
  • Kennzeichnung nach Vorschrift, damit keine Verwechslung passiert
  • Gefahrstoffe vor dem Zugriff durch Unbefugte schützen
  • nur in Räumen mit ausreichender Lüftung lagern
  • sind die Desinfektionsmittel flüssig, dann müssen sie in Auffangwannen gelagert werden.

Achtung: Das Umfüllen von Desinfektionsmitteln in Seifenspender ist verboten! Mehr zur Lagerung lesen Sie in der Technischen Regel für Gefahrstoffe 510.

Gilt die Vorgabe zur Raumtemperatur der technischen Regel für Arbeitsstätten auch für Klassenräume?

Laut der technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR A3.5) "Raumtemperaturen" sollte die Temperatur in Räumen bei leichter, sitzender Tätigkeit 20 Grad Celsius betragen. Bei den Vorgaben der ASR A3.5 handelt es sich nicht um verpflichtende Werte. Mehr dazu lesen Sie im Bereich Lüftung und Raumtemperatur.