Maske tragen in der Schule als Anti-Corona-Maßnahme

Stand 27.10.2020

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In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens müssen derzeit Alltagsmasken getragen werden. Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, hilft eine MNB, damit der Corona-Virus sich nicht weiterverbreitet.

In den Schulen kann das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch während des Unterrichts vorgeschrieben sein. Dies wird durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gemäß §§ 16, 28 Abs. 1 verfügt (Allgemeinverfügung). Einige Eltern fürchten um die Gesundheit ihrer Kinder. Das dauerhafte Tragen der Maske könne zu akuten oder dauerhaften Gesundheitsschäden (bishin zum Tod) führen.

Achtung: Medienberichte, die dies behaupten, sind falsch.


Gefährden Masken/Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) die Gesundheit von Schüler*innen oder Lehrkräften?

Nein! Liegt keine Vorerkrankung vor, die die Atemwege betrifft, gilt grundsätzlich:

Deutsche und internationale Gesundheitsorganisationen sehen keine Gefahr beim Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen. Auch nicht, wenn diese über einen längeren Zeitraum getragen wird. Diese Einschätzung gilt für alle Altersstufen. Voraussetzung ist aber, dass die Bedeckung korrekt aufgesetzt wird (Mund UND Nase sind bedeckt, sitzt nicht zu locker an den Seiten).


Ist es überhaupt nötig, dass Masken getragen werden?

Ja! Häufig kann der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden. Masken sind dann die einzige Möglichkeit, wie jede*r dazu beitragen kann, das Virus nicht weiterzuverbreiten. Wer eine Maske trägt, schützt sein Umfeld – weniger sich selbst. Masken halten Tröpfchen zurück, die sonst beim Niesen, Husten oder Sprechen in die Luft abgegeben würden.


Ausnahmen – wann Schüler*innen keine Maske tragen müssen

Seit dem 2. November 2020 gilt:

Als weitere Schutzmaßnahme besteht ab der Jahrgangsstufe 5 (in Wiesbaden für alle Jahrgangsstufen, Stand 06.11.2020) die Pflicht, auch im Unterricht eine Mund-Nase-Bedeckung (MNB) zu tragen. Wenn ein Gesichtsvisier benutzt wird, empfehlen wir dies ausschließlich im Zusammenhang mit Schüler*innen, die auf das Mundbild angewiesen sind (zum Beispiel wegen einer Hörschädigung).

Lesen Sie dazu auch: https://kultusministerium.hessen.de/schulsystem/umgang-mit-corona-schulen/fuer-schulleitungen/schreiben-schulleitungen/neue-corona-massnahmen

 Demnach müssen Schülerinnen und Schülern die Alltagsmasken nicht tragen (Stand: 06.11.2020):

  • während des Sports im Freien.

Wer aus gesundheitlichen Gründen oder wegen einer Behinderung keine Maske tragen kann, ist von der Maskenpflicht befreit. Eine Verschärfung der Maskenpflicht ist allerdings im Rahmen einer Allgemeinverfügung möglich.


Kinder mit Gesichtsmaske in der Schule
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Das Tragen von Masken ist nicht gesundheitsgefährdend!

Einige Berufsgruppen mussten schon vor der Corona-Situation Masken tragen. Es ist nicht bekannt, dass z. B. Pfleger*innen oder Ärzte dadurch gesundheitlich beeinträchtigt wurden. Unbegründet ist die Befürchtung, unter den Masken könne sich gefährliches Kohlendioxid (CO2) ansammeln (siehe dazu die Recherche von correctiv.org).

Bei Stoffmasken und OP-Masken entsteht das Problem nicht: In der Regel sind nur wenige Millimeter Platz zwischen Gesicht und Maske. Es ist ausgeschlossen, dass sich dort die Atemluft staut und es so zu einer höheren Konzentration an CO2 beim Einatmen kommt.

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Untersuchung, die das Umweltbundesamt durchgeführt hat.

Auch der Koordinierungskreis für biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV hat diesen Sachverhalt in einer Stellungnahme bestätigt. Er führt aus, dass die Geräte zur Messung von CO2 in der Raumluft, die aktuell für Messungen unter der Maske verwendet werden, für diesen Zweck weder konzipiert noch zweckdienlich sind und deshalb falsche Ergebnisse liefern.

Es ist nicht belegt, dass durch das Tragen der Masken weitere Krankheiten wie Lungenpilze oder Borkenflechte entstehen. Käme es zu einer Verunreinigung der Maske mit der Mund-Nase-Rachen-Flora, dann durch die eigenen Keime des Trägers. Die Wahrscheinlichkeit dazu ist allerdings nur theoretisch.


Alltagsmasken vs. Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Die aktuell bei der Corona-Pandemie verwendeten Masken sind keine Persönliche Schutzausrüstung entsprechend Arbeitsschutz-Regelungen (z. B. Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit – PSA-BV).

Die Masken können aber den Atemschutzgeräten zugeordnet werden. In der Praxis bedeutet das Tragen eines Atemschutzgeräts, das Träger oder Trägerin durch ein Filtermaterial von der Umgebungsatmosphäre trennt, unvermeidlich eine Komforteinbuße. Im Arbeitsschutz gibt es daher detaillierte Informationen über die jeweils einzusetzende Maskenart und ein Regelwerk für das Tragen von Atemschutzgeräten.


Wichtige Unterscheidungen der Masken

Während der aktuellen Corona-Situation werden verschiedene Masken-Typen genutzt. Da sich diese Masken grundsätzlich in ihrem Zweck – und damit auch in ihren Schutz – und sonstigen Leistungsmerkmalen – unterscheiden, weisen wir auf die wesentlichen Unterschiede hin:

Zu unterscheiden sind Masken, die als Mund-Nase-Bedeckung (MNB) aus handelsüblichen Stoffen hergestellt werden ("Community-" oder "DIY-Masken"), und solche, die gesetzliche Vorgaben und technische Normen erfüllen und als Mund-Nasen-Schutz (MNS) eine definierte Schutzwirkung besitzen. Letztere sind als medizinische Gesichtsmasken (OP-Masken) und Partikel filtrierende Halbmasken (FFP) bekannt.

Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) / Community-Masken / Alltagsmasken:

"Community- oder DIY-Masken" sind weder ein Medizinprodukt noch gehören sie zur Persönlichen Schutzausrüstung. Zweck: Tröpfchen sollen beim Ausatmen nicht in die Umgebungsluft abgegeben werden.

In den meisten Fällen spielt der Gasaustausch bei diesen Masken keine Rolle. Ist die Maske durchfeuchtet, ist das Atmen erschwert – besonders, wenn die Maske aus einem sehr festen Stoff oder mehreren Stoffschichten besteht. Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend ausgetauscht werden.

Tipp: Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt und das normale Atmen möglichst wenig behindert.

Mund-Nasen-Schutz (MNS) / OP-Masken:

Diese Masken schützen Fremde vor den (infektiösen) Tröpfchen des Trägers/der Trägerin. Indirekt tragen sie aber zum Eigenschutz bei. Tragen alle diese Masken, kann die Verbreitung des Virus grundsätzlich eingedämmt werden. Mund- und Nasenpartie der Tragenden werden vor dem direkten Kontakt mit virushaltigen Tröpfchen des Gegenübers geschützt.

Hinweis: Wesentlicher Unterschied zu den MNB ist, dass MNS als Medizinprodukte dem Medizinprodukte-Recht unterliegen und so nach DIN EN 14683:2019-10 zertifiziert sind und eine CE Kennzeichnung haben.

Partikel filtrierende Halbmasken (FFP1-, FFP2-, FFP3-Maske):

Diese Masken bieten den höchsten Schutz aller Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 / Covid-19. Sie zählen als Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Zum Schutz gegen Viren sollte eine FFP2 Maske verwendet werden.

Es gibt FFP-Masken mit und ohne Ventil zum Ausatmen. Masken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft. Sie bieten daher einen Eigen- und Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern nur die eingeatmete Luft und bieten daher keinen Fremdschutz. Masken mit Ventil dürfen daher nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden.

Wie auch bei den MNS / OP-Masken müssen die FFP-Masken eine Norm erfüllen (DIN EN 149:2009-08) und eine CE Kennzeichnung haben.


Wie lange dürfen Masken am Stück getragen werden?

Derzeit liegen noch keine Empfehlungen zu Tragezeitbegrenzungen für Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) vor. Nach einer Stellungnahme des Koordinierungskreises für Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV können MNB aus Baumwolle, Leinen oder Seide sowie MNS / OP-Masken ähnliche Atemwiderstände wie Partikel filtrierende Halbmasken (FFP-Masken) mit Ausatem-Ventil aufweisen. Für die FFP-Masken mit Ausatem-Ventil empfiehlt die DGUV-Regel 112-190 bei körperlicher Tätigkeit grundsätzlich längstens 2 Stunden Tragezeit mit anschließender Tragepause von 30 Minuten. Die gleichen Tragezeiten sind für MNB und MNS möglich.

Diese Empfehlung ist kompatibel mit dem üblichen Schulrhythmus: Max. 90 Minuten Unterricht und dann 15-30 Minuten Pause an der frischen Luft.


Fazit: Keine Maske ist keine Alternative

Nach aktuellem Stand der Technik ist die Befürchtung unbegründet, dass MNB, MNS oder FFP-Masken zu gesundheitlichen oder irreversiblen Schäden führen.

Nach individueller Abwägung kann im Zweifel anstelle der Mund-Nase-Bedeckung eine Maske verwendet werden, die entweder als Medizinprodukt zertifiziert ist oder als persönliche Schutzausrüstung einer Normierung entspricht.

Eine Schließung der Schulen oder ein erhöhtes Infektionsrisiko mit der potenziell tödlichen COVID-19-Erkrankung sind keine Alternativen zum Tragen einer Maske. Beides stellt ein deutlich höheres Risiko für die physische oder psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler dar. Es wird daher aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht empfohlen werden.